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Veröffentlicht am 23. April 2021

Interview zum Thema „Virtuelle Jobmessen und Tage der offenen Tür“ - Teil 2

Zum Teil 1 des Interviews

Im ersten Teil des Interviews haben wir von Katja Beschle von der Firma Heinemann Personal erfahren, wie viel individuelle Recherche, Planung und Organisation für die erfolgreiche Abwicklung eines digitalen Job-Events nötig ist. Im zweiten Teil geht es um Abläufe und individuelle Anwendungen.

6.) Hallo Katja. Stellt Ihr den Unternehmen, die Ihr in diesem Bereich beratend unterstützt auch technisches Equipment (oder eine spezielle Software) zur Verfügung?

Der Markt an technischen Lösungen für die Abhaltung von virtuellen Messen ist stark gewachsen und in Veränderung.

Wir sehen uns als Schnittstelle zwischen denen, die eine Messe veranstalten wollen und denen, die die Technik bieten. Eine eigene Lösung bieten wir nicht an - das wäre auch gegen unser Ziel, gemeinsam mit dem Kunden eine optimale, individuelle Lösung umzusetzen.

Aber nach all den Projekten können wir sagen: wir kennen den Markt. Und neben dem richtigen Online Marketing steht und fällt der Erfolg von virtuellen Karriere-Events mit der eingesetzten Technik-Lösung. Da kann eine Fehlentscheidung teuer werden.

7.) Die Veranstaltung einer Karrieremesse ziehen vor allem große Unternehmen in Betracht. Sollte man meinen – gibt´s evtl. aus Eurer bisherigen Erfahrung ein Best-Practice-Beispiel, dass ein individuelle Online-Event im Karrierebereich auch für kleinere Unternehmen Sinn macht?

Die Standmieter der großen Karrieremessen anfangs waren schon größere Unternehmen.

Wir hatten aber auch schon ein Event in eigener Sache – wie ein kleinen virtuellen Tag der offenen Tür der Heinemann Personalberatung. Integriert in die eigene Website.

Diese Veranstaltung haben wir als Rahmen für aktuellen Jobangebote der Firma Heinemann Personalberatung organisiert und sehr individuell für die jeweiligen Stellen im Vorfeld über verschiedenste Online Marketing Kanäle beworben.

Es war ein voller Erfolg - der Aufwand hat sich für die Heinemann Personalberatung voll und ganz gelohnt.

8.) Habt ihr aus Eurer bisherigen Praxis Erfahrungen gesammelt, ob Euer innovativer Ansatz auch für überregionales Recruiting verwendet werden könnte? Ihr und Eure Kunden sind mit diesem Modell ja geographisch nicht gebunden…

Wir haben für unsere großen Jobmessen bereits deutschlandweit Bewerber:innen mit gezieltem individuellem Online-Marketing erreicht. Es wird auch über die Grenze funktionieren.

Nachdem Du die Zielgruppe erreicht hast, sollen die Leute auch hingehen. Das ist bei virtuellen Events der große Pluspunkt. Kein Reiseaufwand - geht vom Laptop zuhause aus.

Und Du schaffst bei einer virtuellen Karrieremesse eine Form der Kontaktaufnahme, die einem persönlichen Treffen / der echten Beziehungsebene schon sehr nahekommt.

Insofern - Antwort: klares Ja. Virtuelle Job-Messen eigenen sich für überregionales Recruiting. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen in schönen Gegenden, die überregional nicht jede:r kennt.

Aber Vorsicht: Gerade weil der Aufwand für Besucher:innen nicht groß ist, musst Du möglichst genau zwischen wirklich Übersiedlungswilligen und reinen Schaulustigen unterscheiden. Und Menschen mit dem Status “übersiedlungswillig für den richtigen Job” zu erreichen ist online-Marketing-technisch sicher eine echte Herausforderung. Also auch hier wieder: individuelle Ansprache, genaue Recherche im Vorfeld.

9.) Ich bin mit Online Karriere-Events nicht nur geographisch ungebunden. Auch die Besucherzahlen könnten ja rein theoretisch und im Vergleich zu “physischen Job-Messen” unlimitiert sein.

Na ja. Das ist letztlich Umgebungs-unabhängig.

Du kannst nur mit einer gewissen Anzahl von Menschen in einer gewissen Zeit zielführend kommunizieren. Egal ob online oder offline.

Und unsere Erfahrungen bei virtuellen Job-Messen haben gezeigt, dass Du als ausstellende Firma Deinen Stand zumindest mit 2 Personen besetzen solltest. Also nicht anders als bei einer “physischen” Messe.

Aber: ich habe bei einer Deiner ersten Fragen - ich glaube Nr. 3 - bereits von hybriden Events gesprochen. Da kannst Du z.B. einen vorgefertigten Vortrag, Präsentationsvideo verwenden. Oder ein Quiz zu Deinem Unternehmen anbieten. Das sind dann tatsächlich in gewisser Weise arbeitsunabhängige, automatisierte Bereiche einer virtuellen Job-Messe.

Danke, Katja - für dieses Gespräch.

Website der virtuellen Karrierebörse