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Veröffentlicht am 11. August 2018

5 Schritte um eine Krise heil zu überstehen

Ein Autohaus im Flachgau verlor vor ein paar Jahren beide Geschäftsführer praktisch gleichzeitig auf tragische Weise. Trotz geplanter Schließung des Unternehmens durch den Masseverwalter machte das dortige Team weiter. Von dem Importeuren fallengelassen, wurden Gebrauchtwägen verkauft. Die Werkstätte betreute die Bestandskunden weiter. So konnten mehrere Monate überbrückt werden, das Unternehmen wurde dadurch nicht verschleudert, sondern zu einem fairen Preis von einem neuen Eigentümer übernommen. Alle Jobs blieben erhalten. Chapeau! Das dortige Team hat sicher die 5 Regeln für echte Krisensituationen beherzigt…

Regel Nr. 1 in Krisensituationen: Veränderung akzeptieren

Wenn es sich um eine echte Krise handelt, seien Sie sicher: nachher wird anders sein als vorher. Wer dies nicht wahrnehmen will und zu sehr am Erhalt des Status Quo festhält, investiert seine/ihre Energie in Gegenwart (und Vergangenheit!) Das hat keine Zukunft.

Regel Nr. 2 in Krisensituationen: Blickwinkel ändern

Wer nur sich selbst sieht, ignoriert die Tatsache dass eine echte Krise fast immer mehrere Akteure betrifft. Ob das nun weitere Betroffene sind - oder gar Profiteure am Leid der Anderen: auch wenn´s emotional schwerfällt, hilft es sich alle “Rollen in dieser Tragödie” (und deren Konsequenzen) möglichst sachlich zu betrachten. Nur so entstehen tragfähige Ideen zu einer möglichen Lösung. Alles andere sind im eigenen Saft gedünstete Gedankenspielchen, die niemand voranbringen.

Regel Nr. 3 in Krisensituationen: Zeitachsen begreifen und nützen

Eine Krise ist nicht der Moment, in dem wir sie realisieren. Auch wenn wir diesen Zeitpunkt besonders intensiv erleben.

Die Krise begann möglicherweise schon viel früher. Und jetzt wird sie halt schlagend…

Der logische Schluss daraus: was sich lange aufgebaut hat, sollte kein überhastetes Echo hervorrufen. Das darf jetzt niemand als Einladung zum Nichtstun und versuchtem Aussitzen mißverstehen…

…aber oft steht uns weit mehr von der “Ressource Zeit” zur Verfügung als wir in der Situation glauben. Doch die eigene Hysterie läßt uns völlig blind werden für Zeit-Maßstäbe und Termin-Druck. Und für die “Elastizität der Zeit” - weil: Zeitgewinn ist nicht selten ein wichtiger Teil der Lösung in Krisensituationen.

Regel Nr. 4 in Krisensituationen: Demut und (diplomatische) Offenheit

Fehler macht jeder. Seien wir ruhig ehrlich: Schicksalsschläge aus heiterem Himmel, die sozusagen zu 100 % fremdgesteuert sind, gibt es selten.

Man ist mit seinem Problem / in seiner Krise ja nicht allein. Partner, Familie, Freunde bekommen mit der Zeit ohnehin mit, dass irgend etwas nicht stimmt. Es könnten Unterstützer/innen und eventuell mächtige Verbündete darunter sein. Empfehlung: nicht schämen, nichts hinauszögern - aber gut überlegen, WEM ich WIEVIEL mitteile.

Ganz zu schweigen davon, dass es in vielen kritischen Situation eine “Gegenseite” gibt, an die es (unter kluger Berücksichtigung der Zeitachse) heranzutreten gilt. Hier kann ein bißchen “Spiel auf Zeit” und “dosierte Wahrheiten” durchaus Sinn machen.

Eines wird Ihnen eine echte Krise auf jeden Fall lehren: Ob sie echte Freunde haben (hatten) oder nicht…

Regel Nr. 5 in Krisensituationen: Auf sich schauen und das Lachen nicht verlernen

Unsere zur Verfügung stehende Zeit ist wie ein Kuchen mit 3 gleich großen Teilen:

  • Erwerbsleben z.B. Arbeit, eigene Firma, Vermögensverwaltung, Schuldendienst…
  • Beziehungsleben z.B. Partnerschaft, Familie, Freunde, Bekannte, soziale Netzwerke,…
  • ICH Zeit = das, was man sich erlaubt, für SICH SELBER zu tun z.b. Entspannung, Hobbies, Weiterbildung…

Fein ist, wenn diese drei Drittel gleich groß sind (und es kann tatsächlich die Ursache selbst einer Krise sein, wenn einer dieser drei Teile mehr als die Hälfte einnimmt…)

Darum: ehrlich den eigenen Kuchen betrachten (gerne auch aufzeichnen und beschriften…). Aber auf jeden Fall: Balance anstreben.

LAST NOT LEAST: auch in der Krise gilt - ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag. Vermeiden Sie dabei aber bitte übertriebene Ironie oder gar Sarkasmus. Hilfreich und heilsam ist Humor nur, wenn das “Kind in Ihnen” mit dabei ist.

Diese 5 Punkte sind das freie (und durch eigene Erfahrungen ergänzte) Gedächtnisprotokoll nach einem Vortrag des Psychologen und Profilers Thomas Müller (Buchveröffentlichung: “Bestie Mensch”) zum Thema “Krisenbewältigung” im Oktober 2012 in der Wallerseehalle in Henndorf