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Veröffentlicht am 21. Dezember 2016

Drei Online Brutto-Netto-Rechner im Vergleich

Bei jeder Verhandlung ist es hilfreich, die Lage der Gegenseite zu kennen. Dies gilt auch für Lohn- und Gehaltsverhandlungen. Unternehmen interessieren Brutto und reale Lohnkosten. Bewerber/innen hingegen schauen auf Netto. Als „Dolmetscher“ können dabei Online-Rechner für Klarheit sorgen. Wir haben drei überzeugende österreichische Services getestet.

Die 3 Kandidaten

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CPU-Informatik ist ein Softwarehaus aus Kufstein in Tirol. Ihr Online Brutto-Netto-Rechner ist seit vielen Jahren auf der eigenen Website abrufbar und wird auch von anderen Websites verwendet.

Haude ist ein Software-Hersteller aus Wien. Das Finanzamt ist ein prominenter Verwender des Online-Rechners aus diesem Hause.

Dr. Rausch & Partner ist eine Steuerberatungskanzlei und Unternehmensberatung in Salzburg und Mondsee. Beim Relaunch der Website vor kurzem wurde auf einen benutzerfreundlichen Online Brutto-Netto-Rechner sehr viel Wert gelegt.

Die Herausforderung – Teil 1: Zahlen / Daten / Fakten - Kriterien

Wir haben uns für den Vergleich der drei Brutto-Netto-Rechner folgendes Szenario ausgedacht:

  • Eine Angestellte möchte 2.000 € netto verdienen
  • 14 Mal pro Jahr
  • Sie hat keine Absetzbeträge und kein Pendlerpauschale
  • Stattdessen erhält sie ein Firmenauto zur Privatnutzung – ein Sachbezug wird angenommen
  • Variante 1: Sachbezug Kleinwagen 210,- €
  • Variante 2: Sachbezug Mittelklassewagen 420,- €

Anhand dieser Vorgaben wollten wir folgende Fragen beantwortet bekommen:

  • Wie hoch ist der notwendige Brutto-Verdienst?
  • Wie verändern beide Sachbezugsvarianten den Brutto-Verdienst? (der Netto-Verdienst sollte ja immer 2.000,- € bleiben)
  • Wie hoch sind die realen Lohnkosten für Arbeitgeber in beiden Sachbezugsvarianten?
  • Wie groß ist der Unterschied bei den realen Lohnkosten in den Bundesländern Salzburg und Wien? (Wien hat zusätzlich die U-Bahn-Steuer)

Die Herausforderung – Teil 2: Qualitative Kriterien

Bei der Verwendung der drei Online Brutto-Netto-Rechner achteten wir auf folgende Bereiche:

  • Benutzerfreundlichkeit, Erklärungen, Layout
  • Verwendung auf kleinen Bildschirmen, Mobilgeräten
  • Möglichkeit der Datenausgabe / Druck von berechneten Ergebnissen

Das Ergebnis

Zahlenseitig

  • alle drei Brutto-Netto-Rechner liefern die gleichen Ergebnisse auf den Cent genau
  • kein Rechner berücksichtigt die Wiener U-Bahn-Steuer, CPU-Informatik und Haude weisen in der Erklärung darauf hin
  • Bei Haude muss man sich die realen Lohnkosten als Summe selbst zusammenrechnen
  1. Rang: CPU-Informatik
  2. Rang: Dr. Rausch & Haude ex aequo

Benutzerfreundlichkeit

Der Rechner von Dr. Rausch bietet eine durchdachte, gut strukturierte Eingabemaske. Die einzelnen Bereiche sind in Kacheln aufgebaut, die auf- und zugeklappt werden können. Die Erklärungen sind direkt bei den jeweiligen Punkten als Pop-up-Feld integriert und äußerst umfang- und hilfreich. Die jeweiligen Ergebnisse werden auch als Diagramm dargestellt. Vorbildlich.

CPU-Informatik hat ebenfalls ein gute Eingabemaske. Die Erklärungen fallen sehr kurz aus und werden am Formularende angezeigt.

Das Haude-Layout ist ein Mini-Format, jedoch gut aufgebaut – und es gibt einen „Hilfe“-Knopf, der die wichtigsten Punkte in einer Erklärung auflistet.

  1. Rang: Dr. Rausch
  2. Rang: Haude
  3. Rang: CPU-Informatik

Anzeige auf kleinen Bildschirmen

Das kluge Layout im Kachel-Design von Dr. Rausch macht sich hier bezahlt. Die Seite ist einwandfrei für alle Bildschirmgrößen und vor allem Mobilgeräte geeignet. Anmerkung: Jobaktuell hat z.B. 45 % mobile Nutzer/innern. Haude hat hier aufgrund der Kleinheit des Eingabeformulars ebenfalls gute Karten. CPU-Informatik setzt noch auf eine Lösung, die vor allem für Desktop-Geräte passt.

  1. Rang: Dr. Rausch
  2. Rang: Haude
  3. Rang: CPU-Informatik

Datenausgabe und Druck

Alle drei Brutto-Netto-Rechner haben einwandfreie Druckausgaben. Dr. Rausch hat sich hier etwas Kluges überlegt. Man kann ausführliche Notizen zu den getätigten Eingaben hinzufügen – dadurch kann man den Ausdruck z.B. als Arbeitgeber auch für die Information von Bewerber/innen verwenden.

  1. Rang: Dr. Rausch
  2. Rang: Haude & CPU-Informatik ex aequo

Fazit

Wir haben uns für den Rechner von Dr. Rausch als Testsieger entschieden. Ausschlaggebend war die Benutzerfreundlichkeit, Beschreibung und graphische Aufbereitung – vor allem auch im Hinblick auf mobile Geräte.

Alle drei Rechner erfüllen die Anforderungen, um Unternehmen und Bewerber/innen bei der Ermittlung von Brutto- und Nettolöhnen sowie Nebenkosten die nötige Klarheit und damit Verhandlungsargumente zu liefern. Unternehmen aus Wien müssen sich jedoch bezüglich der U-Bahn-Steuer extern informieren.