Anonym oder mit Kontaktdaten - was ist klüger bei der Initiativbewerbung?

Die immer passende Antwort: Es kommt darauf an...

Und es hat sehr viel mit den Rollen am Arbeitsmarkt zu tun. Versetzen wir uns nachfolgend jeweils in die beiden Rollen "Jobsucher:in" und "Unternehmen", wird gleich vieles klarer.

Das bild zeigt ein Icon mit einer Lupe - im Brennglas sieht man das Icon einer Person - eine Visualisierung für Anonymität

Maximale Sichtbarkeit - Unternehmen lieben den direkten Weg

Das gilt jetzt für das ganze Leben: egal WAS Sie verkaufen - machen Sie es Ihren Kund:innen so einfach wie möglich, daran zu kommen. Es zu "beziehen" - wie man im Marketing so schön sagt.


(Es ist übrigens kein Zufall, dass uns das Wort "beziehen" im Wort "Beziehung" wieder begegnet...)


Wenn es momentan so ist, dass Ihr "Produkt" Sie selber sind - und Ihre "Kund:innen" Unternehmen in Salzburg auf Personalsuche, dann ist es für die Firmen am leichtesten, wenn beim Text der Initiativbewerbung gleich ein nettes Foto von Ihnen ist - plus Kontaktdaten.


Das hat noch einen weiteren Vorteil

Wenn Unternehmen Sie direkt kontaktieren können, brauchen diese kein zusätzliches Geld ausgeben. Das erhöht die Chance, dass Sie wirklich kontaktiert werden, maximal.


Kein Vorteil ohne Nachteil

Ein absolutes No-Go ist maximale Sichtbarkeit natürlich dann, wenn Sich Sich "aus dem Job heraus" verändern. In ungekündigter Stellung sind.


Dann lassen Sie Foto und Kontaktdaten weg - und erhalten die Kontaktanfragen der Firmen über ihren Jobaktuell Account.


Ein abschließender Tipp, wenn Sie online Kontaktdaten veröffentlichen

Wir können leider nicht verhindern, dass Bots Ihre e-mail sammeln diese dann in irgendwelche Mailing-Listen weiterverhökern. Mit dem Ergebnis, dass Sie in Folge unerwünscht, ungefragte Werbe-emails erhalten.


Das können Sie verhindern, indem Sie z.b. eine eigene .gmx Adresse für diesen Zweck einrichten. Und dann wieder löschen.



Im Schutz der Anonymität

Die andere Variante Ihrer Initiativbewerbung: kein Foto, keine Kontaktdaten. Unternehmen können Sie ja trotzdem kontaktieren: über den Jobaktuell Account.


Aber Sie bleiben dabei anonym. Solange bis Sie Ihre Unterlagen für die Firma freischalten. Oder die Firma direkt kontaktieren (Sie haben ja Kontaktdaten...). Oder eine Firmenanfrage, die nicht passt, per Knopfdruck über den Account absagen - dann bleiben Sie für diese Firma anonym.


Ist Anonymität immer ein Kontakthindernis?

Klar - wenn da gleich Kontaktdaten stehen, wird es für die Firmen leichter, Sie zu kontaktieren. Die Psychologie weiß aber auch, dass etwas attraktiver werden kann, wenn es eben nicht so leicht erreichbar ist.


Und "Attraktivität" meint in diesem Fall vor allem Ihre Qualifikation - je gefragter Ihr Berufsbild ist, desto weniger wird die Anonymität (oder der Account, den sich die Firma holen muss um Sie kontkatieren zu können) ein Problem darstellen.


Als Faustregel ganz gut brauchbar: gefragte Qualifikation -> anonyme Initiativbewerbung. Viele Kandidat:innen mit vergleichbarer Qualifikation "am Markt" -> Initiativbewerbung mit Kontaktdaten und Foto.


Noch ein Wort zur "Bewerbung aus dem Job heraus"

Wenn Sie in ungekündigter Stellung sind und im Optimalfall auch noch ohne Zeitdruck nach einer neuen Stelle suchen, dürfen Sie mit guten Ergebnissen rechnen. Die Unternehmen wissen diese "Exklusivität" durchaus zu schätzen - je nach Qualifikation müssten Sie andernfalls bei einer Headhunting-Firma ein vier- oder fünfstelliges Honorar überweisen, um an Leute zu kommen, die "nicht am Markt sind".


Die Kontaktaufnahme über den Jobaktuell Account kostet eine Firma hingegen maximal 75,- €


Ganz zu schweigen, dass eine anonyme Initiativbewerbung auf Jobaktuell für Sie als Bewerber:in eine einzigartige Methode ist, mit potentiellen Arbeitgebern in Kontakt zu kommen und dabei im ersten Schritt trotzdem anonym zu bleiben. Jobaktuell wird in diesem Fall sozusagen zum "Agenten" zwischen Ihnen und dem potentiellen Arbeitgeber.


Zum Abschluss ein kleiner Exkurs über die Geschichte der anonymen Bewerbung

Eigentlich traurig. Oder peinlich. Inzwischen über 70 Jahre alt, konnte sich dieses Modell im deutschen Sprachraum nie wirklich durchsetzen. Dabei wäre es so wichtig - weil nachweislich wissenschaftlich durchgeführte und überprüfte Studien gezeigt haben: In schriftlichen Bewerbungsprozessen wird - nicht immer absichtlich, aber trotzdem messbar häufig - diskriminiert. Ob Alter, Hautfarbe, sogar "afroamerikanisch klingende Vornamen" wie z.b. "Jamal" verringern Jobchancen. Ein wichtiger Schritt in der Bekämpfung dieses Missstandes ist das Wissen darüber - wenn Sie bis hierher gelesen haben, haben wir immerhin dieses Wissen vergrößert. Ein Anfang.